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Kulturelles Erbe in Düsseldorf
Beispiel: die Pharmaziehistorische Bibliothek Dr. Helmut Vester

25.07.2013 - Aus Anlass des Stadtjubiläums 725 Jahre Düsseldorf widmet die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf den Kräuter- und Pflanzenbüchern aus der „Pharmaziehistorischen Bibliothek Dr. Helmut Vester“ eine Ausstellung. Die Bibliothek des Düsseldorfer Apothekers Vester zählt zu den bedeutendsten Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek und ist ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes der Stadt.

Pietro Andrea Mattioli

Helmut Vester und seine pharmaziehistorische Sammlung Helmut Vester (1913–2002) führte zwischen 1946 und 1981 die schon seit 1919 im Familienbesitz befindliche Löwenapotheke am Düsseldorfer Schwanenmarkt. Während seiner Studienzeit in München entwickelte er ein Interesse für Pharmaziegeschichte und begann, Material zur Geschichte des deutschen Apothekenwesens sowie zur Pharmaziegeschichte mit den verwandten Fächern Botanik, Chemie und Medizin zu sammeln: Bücher, Dokumente, Bildmaterial und Gegenstände. Im Laufe der Jahre entstand eine äußerst umfangreiche Sammlung, die sich zwischenzeitlich im Besitz verschiedener Institutionen befindet: im Pharmaziehistorischen Museum Basel, in der Medizinhistorischen Sammlung der Ruhr-Universität Bochum und in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Die „Pharmaziehistorische Bibliothek Dr. Helmut Vester“ der ULB Düsseldorf Bereits Ende der 1950er Jahre sah Vester keine Möglichkeit mehr, die gesamte Sammlung in seinen privaten Räumen unterzubringen. Dies führte dazu, dass er 1961 seine Sammlung B 1, deren Kern rund 6.600 Bücher des 16. bis 20. Jahrhunderts bilden, an die Medizinische Akademie, die Vorgängereinrichtung der heutigen Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, verkaufte. Diese sogenannte „Pharmaziehistorische Sammlung Dr. Helmut Vester“ ist heute in der ULB Düsseldorf beheimatet. Der Buchbestand umfasst Titel aus allen Bereichen der Pharmaziegeschichte. Hervorzuheben sind eine umfangreiche Sammlung von Pharmakopöen nahezu aller deutschen Regionen und zahlreicher europäischer Länder sowie eine große Anzahl von Kräuter- und Pflanzenbüchern des 16. bis 19. Jahrhunderts. Seit 2010 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Digitalisierung der Monografien dieser Sammlung. Bei Abschluss des Projektes Ende 2013 wird der gesamte gemeinfreie Buchbestand, das sind rund 3.000 Bände, in den Digitalen Sammlungen der ULB (undefinedhttp://digital.ub.uni-duesseldorf.de/) weltweit kostenfrei online zugänglich sein. So steht der kostbare Präsenzbestand der internationalen wissenschaftlichen Erschließung zur Verfügung. Die Ausstellung „Knoblauch im Kontext der Pharmaziehistorischen Bibliothek Vester“ Die  historischen Kräuter- und Pflanzenbücher der Sammlung Vester mit teilweise sehr aufwändigen und ansprechenden Illustrationen haben sowohl für bibliophil Interessierte als auch für die interdisziplinäre Forschung einen hohen Wert. In der Ausstellung wird am Beispiel der Knoblauchpflanze die heutige Relevanz der Kräuterbücher mit ausgewählten Beständen aus der Sammlung Vester gezeigt. Knoblauch mit seiner aktuellen Bedeutung für das moderne Alltagsleben – in Kochrezepten ist er ebenso selbstverständlich vertreten wie in einigen Apothekenpräparaten – steht exemplarisch für die Möglichkeit, anhand von Kräuterbüchern die Geschichte hinter der Pflanze zu entdecken: Wie kam Knoblauch zu seinem Platz im modernen Leben? Und welchen Stellenwert hatte er in vergangenen Zeiten? An den Exponaten werden exemplarisch die vielfältigen Darstellungsmöglichkeiten und Kontroversen deutlich, die sich um Pflanzen entwickelten. In der Ausstellung werden neun Werke aus mehreren Jahrhunderten vorgestellt – unter anderem Hieronymus Bocks „Kreutterbuch“ (1595). Bock gilt neben anderen als Begründer der Pflanzenkunde im 16. Jahrhundert. Anhand einer mittelalterlichen Ausgabe der „Naturalis Hystoriae“ von Plinius und des „Kreutterbuchs“ von Petri Andreae Matthioli aus dem Jahr 1590 wird aufgezeigt, wie sich durch einen Abschreibefehler die Annahme, ein Magnet könne durch einen Knoblauch entkräftet werden,  manifestierte und weitergetragen wurde. Einen Einblick in  die Düsseldorfer Knoblauchvegetation von 1846 gibt das Werk Flora von Düsseldorf. Autor ist der Düsseldorfer Arzt Dr. Antz, der als Erster die lokale Pflanzenwelt seiner Stadt beschrieb. Die Ausstellung wurde von der ULB in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf konzipiert. Sie ist bis zum 15. September 2013 montags bis freitags von 8 bis 24 Uhr und samstags/sonntags von 9 bis 24 Uhr im Foyer der Zentralbibliothek, Universitätsstraße 1, Geb. 24.41, 40225 Düsseldorf zu sehen. Weitere Informationen finden Sie unter: undefinedwww.ulb.hhu.de/die-ulb/oeffentlichkeitsarbeit/ausstellungen.

Autor/in: Carola Spieß
Kategorie/n: Newsticker, Pressemeldungen