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Jürgen Manchot Stiftung fördert Erforschung von Entscheidungsprozessen durch KI
Förderung der interdisziplinären KI-Forschung an der HHU für weitere drei Jahre

Am 1. Januar 2019 nahm die Manchot Forschungsgruppe „Entscheidungsfindung mit Hilfe von Methoden der Künstlichen Intelligenz“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ihre wissenschaftlichen Arbeiten für zunächst drei Jahre auf. Sie will die Künstliche Intelligenz (KI)-Forschung an der HHU vernetzen und ihre Anwendung in allen Fakultäten der Universität vorantreiben. Die Jürgen Manchot Stiftung fördert nun die interdisziplinäre Forschungsgruppe ab dem 1. Januar 2022 für drei weitere Jahre.

Prof. Pfeffer und Prof. Mauve sind die beiden Sprecher der Manchot Forschungsgruppe KI an der HHU. Zoom

Prof. Dr. Klaus Pfeffer (links) und Prof. Dr. Martin Mauve sind die beiden Sprecher der Manchot Forschungsgruppe „Entscheidungsfindung mit Hilfe von Methoden der Künstlichen Intelligenz“. (Foto: HHU / Christoph Kawan)

„Künstliche Intelligenz spielt in allen Lebensbereichen eine zentrale Rolle“, so Prof. Dr. Klaus Pfeffer, einer der beiden Sprecher der Manchot Forschungsgruppe. „Die Förderung durch die Manchot Stiftung hat es uns an der HHU ermöglicht, die Forschungsaktivitäten im Bereich Künstliche Intelligenz zu stärken, die Forscherinnen und Forscher aller Fakultäten zu vernetzen sowie das ‚Heine Center for Artificial Intelligence and Data Science‘ (HeiCAD) aufzubauen,“ betont Prof. Dr. Martin Mauve, Sprecher der Manchot Forschungsgruppe, Prorektor für Digitalisierung und wissenschaftliche Infrastruktur und Gründungsdirektor des HeiCAD.

KI beeinflusst große Teile der Forschung und Lehre an der HHU nachhaltig und verändert diese. Mit Hilfe der Jürgen Manchot Stiftung konnte in den vergangenen Jahren eine überregional erkennbare Forschungs- und Infrastruktur in den Bereichen KI und Datenwissenschaften erfolgreich aufgebaut werden. Die Manchot Forschungsgruppe „Entscheidungsfindung mit Hilfe von Methoden der Künstlichen Intelligenz“ treibt die KI-Forschung an der HHU entscheidend voran und macht sie sichtbar. In diesem Kontext erfolgte seit Förderbeginn 2019 die Gründung von HeiCAD und damit die systematische Vernetzung der wachsenden Zahl von Expertinnen und Experten, die Methoden der KI entwickeln oder diese in ihren Forschungsbereichen einsetzen.

Die zweite Antragsperiode der Forschungsgruppe wird mit ihren Projekten („Use Cases“) für die Stärkung der KI-Strategie der HHU sowie der Entwicklung und Anwendung von Methoden der KI in Use Cases aus inzwischen allen Fakultäten der HHU beitragen. Diese Use Cases werden die KI an der HHU synergistisch, interdisziplinär und komplementär vorantreiben und ermöglichen, die HHU mit modernen Methoden der KI-Forschung weiter zu durchdringen. Zusätzlich zu den 2019 etablierten Use Cases aus den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Politik kann durch die strategische Berufung einer KI-Professur in der Juristischen Fakultät nun ein Use Case aus dem Bereich des Rechts aufgebaut werden. Weiterhin sind alle Use Cases mit der Informatik vernetzt, die interdisziplinäre Kooperation über Fakultätsgrenzen hinweg ist profilbildend.

Neben den beiden Sprechern gibt es in den Fakultäten eigene Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren: Prof. Dr. Rainer Haas in der Medizinischen, Prof. Dr. Barbara Weißenberger in der Wirtschaftswissenschaftlichen, Prof. Dr. Gerhard Vowe in der Philosophischen, Prof. Dr. Stefan Harmeling in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und Jun.-Prof. Dr. Justus Vasel in der Juristischen Fakultät.

Die Forschungsgruppe startete 2019 mit drei Use Cases. In der Biomedizin sollen Methoden zur Vorhersage von Erfolgschancen und Komplikationen bei Knochenmarktransplantationen entwickelt werden, die Ärzte und Ärztinnen bei Therapieentscheidungen unterstützen können. In einem gemeinsamen Projekt der Betriebswirtschaftslehre und der Rechtswissenschaften geht es um „Good Governance und Compliance“: Wie kann gute Unternehmensführung durch KI unterstützt werden? Im dritten Use Case aus der Kommunikations- und der Politikwissenschaft sollen politische Entscheidungsprozesse analysiert werden, die durch KI beeinflusst sind. Dabei stehen sowohl individuelle politische Meinungsbildung als auch politische Entscheidungen von Gruppen im Fokus.

Alle drei Bereiche verfolgen einen interdisziplinären Ansatz und werden durch Methodenexpertise aus der Informatik und Ethik unterstützt. In der ersten Förderperiode von 2019 bis 2021 wurden einige zentrale thematische Schnittstellen herausgearbeitet, darunter insbesondere die Frage nach der Verantwortung hinter einer maschinengesteuerten Entscheidungsfindung und ihren ethischen und rechtlichen Konsequenzen.

In der 2022 startenden zweiten Förderperiode wird die Forschungsgruppe mit einem dezidierten Use Case „Normative Grenzen der Letztentscheidung durch Künstliche Intelligenz – Von der Ethik zum Recht?“ aus dem Bereich der Rechtswissenschaften und Philosophie ergänzt. Er stellt die zentrale Frage, ob noch verbleibende, genuin humane Entscheidungsreservoirs bestehen bleiben (sollen) und wie sich die Vision einer menschenzentrierten KI verwirklichen lässt.

Jürgen Manchot Stiftung

Die Jürgen Manchot Stiftung hat ihren Sitz in Düsseldorf. Vorsitzender des Kuratoriums ist Thomas Manchot, Ehrensenator der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Stiftung fördert verschiedene Projekte an der HHU, neben der neuen Manchot-Forschungsgruppe unter anderem auch die Manchot Graduiertenschulen „Molecules of Infection“ und „Wettbewerbsfähigkeit junger Unternehmen“.

 

[aktualisiert: 08.07.2021]

Autor/in:
Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, Math.-Nat.-Fak.-Aktuell, Forschung News
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Fortsetzungsantrag für die Manchot Forschungsgruppe für die Förderperiode 2022 bis 2024. (Bild: Manchot Forschungsgruppe)

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