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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Dr. Simone Prömel zur W2-Professorin für Zellbiologie an der HHU ernannt

Prof. Dr. Simone Prömel, W2 für Zellbiologie Zoom

Dr. Simone Prömel wurde am 21. Januar 2021 zur W2-Professorin für Zellbiologie an der HHU ernannt. (Foto: Studioline Photography)

Prof. Prömel konzentriert sich in ihrer Forschung auf die Signalmechanismen und die Relevanz von „Adhäsions-G-Protein-gekoppelten Rezeptoren“ (aGPCR) in verschiedenen biologischen Prozessen. aGPCR sind an zentralen physiologischen Funktionen wie die Zellpolarität – die Ausrichtung der Zellstrukturen – und an entwicklungsbiologischen, immunologischen, metabolischen und neurobiologischen Prozessen beteiligt.

Allgemein sind GPCR Moleküle an der Oberfläche von Zellen, die Signale aus ihrer Umgebung empfangen, diese in die Zelle weiterleiten und damit Vorgänge in der Zelle auslösen. Ein Signal wird ausgelöst, indem zum Beispiel von außen Moleküle chemisch an die GPCR-Moleküle ankoppeln.

Beim Menschen werden verschiedene, teils schwerwiegende Erkrankungen in Zusammenhang mit Mutationen von aGPCR-Molekülen gebracht. Hierzu gehören das Usher-Syndrom – eine Hör-Seh-Behinderung –, die bilaterale frontoparietale Polymikrogyrie – eine Gehirnfehlbildung – oder auch einige Tumorarten. Ein vertieftes Verständnis der physiologischen Funktion und der Signalmechanismen kann möglicherweise auch zur Behandlung dieser Erkrankungen beitragen.

Prömel sucht unter anderem die – bislang noch größtenteils unbekannten – Signalmoleküle, die an die Rezeptoren binden und analysiert, wie die Rezeptoren das äußere Signale in Zellfunktionen übersetzen. Damit will sie verstehen, wie verschiedene Stoffwechselprozesse, etwa in Leber, Pankreas und Niere, dadurch reguliert werden. Dies gibt möglicherweise auch Hinweise darauf, wie Erkrankungen wie Diabetes oder Adipositas moduliert werden können. Außerdem erforscht sie die Funktion der aGPCR während Entwicklungsprozessen.

Die Rezeptormoleküle sind sehr komplexe Strukturen, sie weisen viele verschiedene Stellen auf, an die Moleküle koppeln können. Darum ist es auch so schwierig, die relevanten Signalmoleküle und Signale zu identifizieren. Prof. Prömel geht dies mit verschiedenen genetischen, molekular- und zellbiologischen Techniken an. Möglicherweise ergeben sich aus dieser Grundlagenforschung auch pharmakologische Ansatzpunkte, um mit den aGPCR assoziierte Krankheiten und Behinderungen zu verstehen und dereinst zu therapieren.

Zur Person

Simone Prömel (geboren 1983 in Bielefeld) studierte Biochemie an der Freien Universität Berlin (Abschluss 2006). Anschließend wechselte sie ans Institute of Biochemistry an die University of Oxford, wo sie im Jahr 2010 mit der Arbeit „Investigating the molecular mechanisms of latrophilin signalling“ zum D.Phil. promovierte.

Es folgte eine Postdoc-Forschungszeit am Weatherall Institute of Molecular Medicine in Oxford, bevor sie 2012 als Nachwuchsgruppenleiterin ans Rudolf-Schönheimer-Institut für Biochemie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig wechselte. Zu ihren Forschungsergebnissen veröffentlichte sie bisher 23 wissenschaftliche Paper, teilweise in renommierten Zeitschriften wie Cell Reports oder Nature. Am 21. Januar 2021 wurde Simone Prömel zur Professorin für Zellbiologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der HHU ernannt.

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Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, Forschung Personalia
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