Jump to content Jump to search

Sommeruniversität
Mediaevisten-Akademie ein voller Erfolg

Vergangenen Freitag endete die Dritte Interdisziplinäre Sommer-Akademie mit dem Thema "Konflikt und Religion im Mittelalter". Sowohl der Initiator Prof. Dr. Wilhelm Busse, Lehrstuhlinhaber für Ältere Anglistik an der Heinrich-Heine-Universität, als auch die zehn Lehrenden und 20 Teilnehmer sind vom Verlauf der einwöchigen Akademie begeistert.

Vergangenen Freitag endete die Dritte Interdisziplinäre Sommer-Akademie mit dem Thema "Konflikt und Religion im Mittelalter". Sowohl der Initiator Prof. Dr. Wilhelm Busse, Lehrstuhlinhaber für Ältere Anglistik an der Heinrich-Heine-Universität, als auch die zehn Lehrenden und 20 Teilnehmer sind vom Verlauf der einwöchigen Akademie begeistert.

"Die Studenten sind äußerst diskussionsfreudig und sehr engagiert", lobt Busse und hebt besonders die hohe Disziplin, Pünktlichkeit und Arbeitsbereitschaft aller Teilnehmer hervor. Aus ganz Deutschland sind sie angereist, um sich täglich mehr als sechs Stunden mit Fragen zum Mittelalter auseinanderzusetzen. Der Arbeitsaufwand ist groß. Jeden Tag müssen die Studenten mehrere Texte zu zwei bestimmten Lehreinheit vorbereiten, die in zwei Seminaren von 9 bis 11 und von 11.30 bis 13.30 besprochen und diskutiert werden. Im Anschluss an die Mittagspause findet eine zweistündige Diskussionsrunde statt, die dazu dient, letzte Unklarheiten beseitigten und die behandelten Themen zu einem Gesamtbild zusammenzufügen.

Von Vorteil ist hierbei die Interdisziplinarität sowohl auf Seiten der Lehrenden als auch auf Seiten der Akademiestudenten, die unter anderem aus den Fachbereichen Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Anglistik kommen. Für Prof. Dr. Gerhard Krieger von der Theologischen Fakultät der Universität Trier war diese Vielfalt ausschlaggebend, als Dozent an der Akademie zu lehren. "Die Interdisziplinarität prägt das Klima der Akademie sehr. Der Aspekt der Verständigung rückt in den Mittelpunkt", lobt Krieger, dessen Sohn schon an der ersten Akademie teilgenommen hatte. "Das Interesse an der Sache überwiegt, es gibt keine Rivalitäten unter den Lehrenden. So etwas motiviert natürlich", so Krieger. Er könne sich gut vorstellen, auch in Zukunft mitzumachen.

So kommt es, das auch im letzen Seminar am Freitag von Erschöpfung oder Müdigkeit nichts zu merken ist. In entspannter Atmosphäre wird das Thema Häresie besprochen und schon nach kurzer Zeit entwickelt sich eine angeregte, konstruktive Diskussion über die Thesen von Augustinus, William von Ockham und Thomas von Aquin. Auch die Lehrenden dürfen mitdiskutieren. "Man hat aber kein Gefällegefühl", so Krieger, der sich damit nicht nur auf die Zusammenarbeit von Studierenden und Dozenten bezieht, sondern auch auf das Verhältnis der Lehrenden zueinander. Denn hier unterrichten sowohl jungen Doktoranden als auch Professoren. "Trotzdem gibt es keine Platzkämpfe, keiner will sich profilieren", stellt Krieger fest.

Prof. Busse betont auch hier das hohe Engagement der Dozenten, die alle auf ehrenamtlicher Basis mitarbeiten. "Alle Lehrenden sind vom Beginn der Akademie immer anwesend, damit sie in den gruppendynamischen Prozess eingebunden werden", erklärt er. "Aber schon vor Beginn der Akademie haben wir uns an Wochenenden getroffen, um den Ablauf zu planen und unsere Lehreinheiten aufeinander abzustimmen", fährt der Altanglist fort. In der einen Woche wurden zehn verschiedene Lehreinheiten besprochen, wobei die Dozenten besonders Wert darauf legten, sie stets zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. "Eine vergleichbare Akademie gibt es in Europa nicht", so Busse, "hier zeigt sich, was an der Uni möglich ist."

Das scheint sich auch bis in den hohen Norden Europas herumgesprochen zu haben. Marija ist aus Estland angereist, um an der Mittelalterakademie teilzunehmen. Deutsch hat sie während mehrere längerer Aufenthalte in der Bundesrepublik gelernt. Sie studierte Russische Philologie und arbeitet nun in einem Museum, wo sie Führungen für deutsche Gruppen anbietet. Mit der Sommeruni möchte sie ihre Geschichtskenntnisse aufbessern und ist begeistert. "Das Angebot ist super und die Themen sind interessant. Man bekommt viele neue Gedanken", so Marija. Auch das Klima unter den Studenten hat ihr gut gefallen. "Mit den altdeutschen Texten habe ich manchmal Schwierigkeiten, aber die anderen helfen immer", erzählt die Estin. Insgesamt, meint sie, habe die Akademie alle ihre Erwartungen übertroffen. Gut zu wissen, dass für das kommende Jahr schon die nächste Sommerakademie in Planung ist.

Autor/in: Julia Knoll
Kategorie/n: Pressemeldungen