Diese dunkle Bronzefigur lässt uns innehalten, denn ihre zurückgenommene Haltung macht nachdenklich. Etwa 2,5 Meter groß ist die Gestalt, die der Künstler Michael Irmer zwischen 1990 und 1995 schuf – der genaue Zeitpunkt ist unklar. Seit über zwanzig Jahren steht sie vor der Zentralen Universitätsverwaltung im Gebäude 16.11, einst eingeweiht von Prof. Dr. Dr. Alfons Labisch, Prof. Dr. Hans Körner und Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch zusammen mit ihren Studierenden vom Kunsthistorischen Seminar.
Aufrecht verharrt sie, die langgezogene, schlanke Figur, den Kopf geradeaus gerichtet. Der stark abstrahierte Körper mit einer kräftig bearbeiteten Oberfläche wirkt verschlossen und drückt Isolation, Verletzlichkeit und Einsamkeit aus. Zusätzlich verleiht das kaum modellierte Gesicht einen anonymen Charakter. Besonders die fehlenden Arme verstärken das Gefühl der Vulnerabilität – sie betonen das Unvollständige und Imperfekte des menschlichen Körpers. Dies kann als Gegenposition zum gesellschaftlichen Druck verstanden werden, sich selbst permanent zu optimieren und anzupassen. Irmer hat in seiner nur zehnjährigen Schaffenszeit als freier Künstler sehr mit sich gehadert, was sich in seinen Skulpturen widerspiegelt, die wie Schattenmenschen wirken. Seine Arbeiten erinnern an Werke des Bildhauers Alberto Giacometti.
Zum Künstler
Irmer wurde am 8. April 1955 in Duisburg geboren. Nach einer Steinmetzlehre studierte er von 1978 bis 1984 an der Kunstakademie Düsseldorf und lernte bei Dieter Krieg, Gerhard Hoehme und schließlich bei Erwin Heerich, bei dem er ab 1984 Meisterschüler war. Nach seinem Studium war er freischaffender Künstler in Düsseldorf. Er verstarb 1996 überraschend.
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