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Bürgeruniversität
140.000 Euro für drei Forschungsprojekte mit Bürgerbeteiligung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, mit Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam zu forschen – das ist das Ziel eines eigens geschaffenen Förderfonds aus HHU-eigenen Mitteln. Seit 2019 werden einmal im Jahr Fördermittel in Gesamthöhe von 140.000 Euro vergeben.

HHU / istock Gpointstudio

Jüngst hat das HHU-Begutachtungsgremium um Rektorin Anja Steinbeck die für die dritte Förderrunde 2021 eingereichten Anträge begutachtet und drei ausgewählt: Aus den Kulturwissenschaften das Projekt ‚Steigerung kultureller Teilhabe‘, aus der Biologie ‚Pflanzen im urbanen Umfeld‘ sowie aus der Gesundheitsforschung (Public Health) ‚Medizinische Versorgung von Menschen in Deutschland ohne / mit beschränktem Krankenversicherungsschutz‘.

Prof. Dr. Anja Steinbeck, Rektorin der HHU und Vorsitzende des Begutachtungsgremiums: „Ich freue mich sehr, dass wir drei wissenschaftlich exzellente Projekte fördern können, bei denen die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern einen echten Mehrwert für die Forschung liefert. Die partizipativen Forschungsprojekte tragen auch dazu bei, die Arbeit von Forschenden der Bevölkerung näher zu bringen und auf diese Weise Barrieren zwischen Wissenschaft und Gesellschaft abzubauen. Diese Projekte leisten einen ganz wichtigen Beitrag zu unserem Profil als Bürgeruniversität."

Citizen Science ist vielfältig: Wissenschaft und Gesellschaft forschen hier erfolgreich zusammen. Das Spektrum der Kooperationen ist dabei weit gefasst: etwa gemeinsam Forschungsfragen formulieren und diese zusammen bearbeiten, Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit kommunizieren und in die Anwendung zu bringen.

So unterschiedlich die gewählten Ansätze auch sind, allen gemeinsam: sie sollen zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen führen und „eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen den hauptberuflichen Forschenden und den beteiligten Bürgerwissenschaftlern und Bürgerwissenschaftlerinnen ermöglichen“, so Isabel Strauß, die für das Förderprogramm zuständige Referentin.

Der Förderfond wird im Rahmen der Bürgeruniversität finanziert. Wie vielfältig die Themen sind, zeigt die Übersicht der bisher geförderten Projekte.

Kurzvorstellung der drei erfolgreichen Projekte 2021:

Kulturelle Teilhabe und Citizen Science: Eine bürgerwissenschaftliche Analyse der Arbeits- und Wirkungsweisen intermediärer Vereine im Feld der kulturellen Partizipation

Seit der programmatischen Forderung des Kulturpolitikers Hilmar Hoffmann nach „Kultur für alle“ in den späten 1970er Jahren ist der wissenschaftliche Diskurs um kulturelle Teilhabe multidisziplinär aufgenommen und weiterentwickelt worden. In der Praxis wird jedoch deutlich, dass dieser Anspruch noch nicht erfüllt wurde. In Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und Akteurinnen aus ganz Deutschland untersucht das Projekt ein Instrument zur Steigerung kultureller Teilhabe. Es will so einen Beitrag zur wissenschaftlichen und praktischen Debatte um kulturelle Partizipation leisten.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Ulli Seegers / Christine Stender, M.A.; Institut für Kunstgeschichte, Philosophische Fakultät

 

Pflanzen im urbanen Umfeld

Das Bürgerprojekt ‚Pflanzen im urbanen Umfeld‘ beschäftigt sich mit der Beschreibung der Lebensräume und Lebensumstände von wildwachsenden Pflanzenarten und Pflanzengemeinschaften in urbanen Umwelten am Beispiel der Stadt Düsseldorf. Gemeinsam mit Multiplikatoren aus dem Universitäts-, Schul- und Naturschutzbereich und botanisch Interessierten werden aktuelle Forschungsfragen aus dem Bereich der Ökologischen Genetik und Pflanzenforschung diskutiert, um daraus zukünftige Projekte zu „Citizen Science“ zu entwickeln – beispielsweise die aktive Mitarbeit an Umfragen über Beobachtungen zu ökologischen Faktoren und genetischen Anpassungen von Pflanzen. Do it yourself Experimente und der offene Austausch in Open Space Diskussionsformaten ergänzen die Projektmitarbeit. Das Seminar "Partizipative Wissenschaftskommunikation"/"Participatory science communication" bildet einen Einstieg für Studierende.

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Petra Bauer, Institut für Botanik / Prof. Dr. Maria von Korff Schmising, Institut für Pflanzengenetik

 

Wissenschaftliche Untersuchung der gesundheitlichen Lage und der medizinischen Versorgung von Menschen mit eingeschränktem bzw. ohne Krankenversicherungsschutz durch Citizen Science – Pilotstudie für Public Health Maßnahmen

Das Forschungsprojekt untersucht die Gesundheit und medizinische Versorgungslage von Menschen, die keine Krankenversicherung bzw. einen eingeschränkten Krankenversicherungsschutz in Deutschland haben. Dazu zählen beispielsweise EU-Bürger und Bürgerinnen, Menschen ohne Papiere, Wohnungslose, Selbstständige oder auch krankenversicherte Personen mit Beitragsschulden. Ziel des Vorhabens ist es, die Gesundheits- und Versorgungssituation von Betroffenen, gemeinsam mit Patienten und Patientinnen und beteiligten gesellschaftlichen Akteuren und Akteurinnen, zu erforschen.

Projektverantwortlich: Dr. Jacqueline Warth, Institut für Allgemeinmedizin

 

Kontakt:
Isabel Strauß
Stabsstelle Bürgeruniversität

www.buergeruni.hhu.de

 

 

 

 

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Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, INTRANET News
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