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Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIM)
1,5 Millionen Euro für Hochleistungsrechner an der HHU

Mit Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) kann der Hochleistungsrechner HILBERT an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) in diesem Jahr erheblich erweitert und modernisiert werden. Damit steigt nicht nur die Rechenleistung für die Forschung erheblich, es können auch ganz neue Fragestellungen angegangen werden, unter anderem im Rahmen der Forschung zum Coronavirus.

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Ein Bereich des bisherigen HPC-Computersystems HILBERT. Ein Teil dieser Komponenten wird mithilfe der DFG-Fördermittel durch leistungsfähigere und effizientere Einheiten ersetzt. (Foto: HHU / Paul Schwaderer)

Nach einem umfassenden Upgrade im Jahr 2020 wird 2021 mit den insgesamt 1,5 Millionen Euro Fördermitteln aus dem Großgeräteförderprogramm der DFG die Rechenleistung des Hochleistungsrechners „HILBERT“ (benannt nach dem deutschen Mathematiker David Hilbert, 1862-1943) mehr als verzehnfacht werden.

„Das Besondere daran: Trotz des Leistungssprungs verbraucht das neue Rechnersystem genauso viel Strom wie die heutige Installation“, betont Dr. Stephan Raub, Leiter des Teams High-Performance-Computing (HPC) am ZIM. Hierzu werden Rechnerkomponenten aus dem Jahr 2013 durch erheblich leistungsfähigere und effizientere Einheiten ersetzt. Darüber hinaus werden mehr Einheiten mit sehr großem Hauptspeicher (mehr als 1 Terabyte pro Rechenknoten) eingesetzt, was insbesondere für Anwendungen in der Genomforschung von großem Vorteil ist.

„Mit dieser Erweiterung führt die HHU die rollierende Erneuerung der Hochleistungsrechenkapazitäten weiter. Dies erfolgt stets in enger Abstimmung mit den aktuellen Bedürfnissen der Nutzer“, so Prof. Dr. Harald Ziegler, Direktor des ZIM. Dem wird auch dadurch Rechnung getragen, dass der interaktive Zugang zu HILBERT von jedem Schreibtisch – auch im Homeoffice – aus weiter vereinfacht wird.

Das neu ausgestattete HPC-System eröffnet weitere Forschungsfelder. So können damit Genomanalysen mit erheblich höherem Durchsatz erfolgen, zum Beispiel im Hinblick auf das SARS-CoV-2-Virus. Auch bei der Suche nach bevölkerungsspezifischen Dispositionen für genetisch bedingte Erkrankungen, wie zuletzt im Februar 2021 unter Beteiligung von HHU-Bioinformatikern in der Fachzeitschrift Science vorgestellt, wird das neue System erhebliche Verbesserungen bringen.

Prof. Dr. Martin Mauve, HHU-Prorektor für Digitalisierung und wissenschaftliche Infrastruktur, weist auf die Bedeutung der HPC-Erneuerung für die ganze HHU hin: „Die Zusage der DFG macht deutlich, dass lokale Computerressourcen für alle Forschenden einfach zugänglich sein müssen, unabhängig von Begutachtungsprozessen zur Nutzung der nationalen „Tier-2“-Hochleistungsrechenzentren. High-Performance-Computing wird immer mehr zum Handwerkszeug für die Wissenschaft.“

„Das ist der verdiente Lohn für die hervorragende Arbeit unseres HPC-Teams. Dies ist für die HHU sehr wichtig, denn HPC ist inzwischen ein Basisdienst, der vor Ort und zu jeder Zeit verfügbar sein muss.“ ergänzt Prof. Dr. Axel Buchner, Chief Information Officer (CIO) der HHU.

Der Förderantrag wurde von etlichen Forschergruppen aus Medizin und Naturwissenschaften an der HHU unterstützt. Die volle Leistungsfähigkeit des rundum modernisierten HILBERT wird voraussichtlich Ende 2021 erreicht sein. „Wir werden zunächst zusammen mit den Nutzern verschiedene Komponenten unterschiedlicher Anbieter genau testen, bevor wir diese in großer Stückzahl bestellen und installieren können“, so Dr. Raub.

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Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, ZIM-Meldung, Forschung News
Die Grafik zeigt eine Stelle am zentralen Protein des SARS-CoV2-Virus, die sogenannte Binding Site. Zoom

Beispiel für ein Forschungsprojekt am HILBERT: Das Team um Prof. Dr. Birgit Strodel (Computational Biochemistry) rechnete die sogenannte „Binding Site“ am zentralen Protein des SARC-CoV2-Virus. An dieser Stelle können neue Therapeutika gegen das Virus angreifen. (Abbildung: HHU / Birgit Strodel)

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