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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
86 Promotionen während des Sommersemesters und eine Goldpromotion

In den sieben Fächern der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) promovierten seit der letzten Feier im Februar 2026 51 Doktorandinnen und 35 Doktoranden. Am 17. Juli übergab die Fakultät den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern im Rahmen einer festlichen Veranstaltung ihre Promotionsurkunden. Eine besondere Ehre wurde Prof. Dr. Josef Steinebach zuteil: Der Goldpromovend erhielt im Jahr 1976 im Fach Mathematik seinen Doktortitel und wurde besonders gewürdigt.

Gruppenbild im Hörsaal Zoom

Seit der letzten Promotionsfeier im Februar 2026 wurden insgesamt 51 Nachwuchswissenschaftlerinnen und 35 Nachwuchswissenschaftler promoviert. Am 17. Juli 2026 nahmen viele von ihnen ihre Promotionsurkunde entgegen und präsentierten dabei ihre Doktorhüte. (Fotos: HHU / Arne Pöhnert)

Prof. Dr. Vlada Urlacher, Prodekanin der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, eröffnete die Promotionsfeier: „Der Titel ‚Dr. rer. nat.‘ verbindet methodische Strenge und intellektuelle Integrität mit der Fähigkeit, etablierte Lehrmeinungen zu hinterfragen und kreativ neue Lösungen zu suchen. Eine solche Haltung führt oft zu unerwarteten Durchbrüchen in der Wissenschaft. In einer von ‚Künstlicher Intelligenz‘ geprägten Zukunft bestimmen genau diese beiden Eigenschaften – menschliche Kreativität und kritisches Urteilsvermögen – den eigentlichen Wert eines naturwissenschaftlichen Doktortitels.“

Den frisch Promovierten gab Prof. Urlacher auf den Weg: „Die Werte von wissenschaftlicher Integrität und kollegialem Miteinander, die Sie während Ihrer Promotion erfahren und gelebt haben, werden auch morgen unverzichtbar sein, um die großen Zukunftsfragen zu lösen.“

Der Festredner bei der Promotionsfeier war der Physikochemiker Prof. Dr. Peter R. Lang, Leiter des Institutsbereichs Biomakromolekulare Systeme und Prozesse (IBI-4) an der Forschungszentrum Jülich GmbH. Unter dem Titel „Soft Matter Matters – Weiche Materie ist überall“ stellte er die spannende Welt der sogenannten weichen Materie vor – von Butter und Zahnpasta über Bierschaum bis hin zu alten Schaumstoffmatratzen. Anhand aktueller Forschungsarbeiten zeigte er, wie aus alltäglichen Beobachtungen grundlegende physikalische Fragestellungen entstehen und wie daraus überraschende Anwendungen erwachsen können – etwa neue Erkenntnisse zur Stabilität von Schäumen oder nachhaltige hydroponische Anbausysteme für Flüchtlingslager. Seine zentrale Botschaft: Grundlagenforschung beginnt oft mit scheinbar einfachen Fragen. Damit aber ihr gesellschaftlicher Wert sichtbar wird, müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Begeisterung und ihre Erkenntnisse verständlich mit der Öffentlichkeit teilen.

Goldpromotion

Bei der Promotionsfeier wurde Prof. Dr. Josef Steinebach als Goldpromovend geehrt. Ihm verlieh die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Düsseldorf am 12. Februar 1976 den Doktorgrad für seine Arbeit „Exponentielles Konvergenzverhalten von Wahrscheinlichkeiten großer Abweichungen“. Anschließend setzte er seine wissenschaftliche Karriere als Hochschullehrer fort.  

Josef Gerhard Steinebach wurde 1949 in Meerbusch-Lank geboren. Er studierte Mathematik in Düsseldorf (Diplom 1973), wo er sich nach der Promotion auch im Fach Mathematik mit der Arbeit „Erdös-Rényi-Zuwächse bei Erneuerungsprozessen und Partialsummen auf Gittern“ im Jahr 1979 habilitierte. Nach einem anschließenden Gastaufenthalt an der Carleton University im kanadischen Ottawa übernahm er 1980 eine C3-Professur an der Universität Marburg. 1987 wechselte er als C4-Professor an die Universität Hannover, um 1991 nach Marburg zurückzukehren. Von 2002 bis zu seinem Ruhestand 2015 war er dann Mathematikprofessor an der Universität zu Köln. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Strukturanalyse stochastischer Prozesse, Grenzwertsätze der Wahrscheinlichkeitstheorie und asymptotische Statistik.

86 Promotionen seit Februar 2026

Im vergangenen halben Jahr verlieh die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät 51 Nachwuchswissenschaftlerinnen und 35 Nachwuchswissenschaftlern ihren Doktortitel. Die Biologie stellte mit 34 Promotionen das größte Kontingent, gefolgt von der Chemie (14), Pharmazie (12), Physik (9), Psychologie und Informatik (jeweils 8) und schließlich der Mathematik (1). Die Promovierten kamen aus Deutschland und aus 15 weiteren Ländern, ein Zeichen für die hohe Internationalität der Forschung an der HHU.

Autor/in: Arne Claussen
Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, Chemie Aktuelles, Math.-Nat.-Fak.-Aktuell, Pharmazie
Zwei Personen in einem Foyer Zoom

Prof. Dr. Josef Gerhard Steinebach (l.) wurde bei der Promotionsfeier von Prodekanin Prof. Dr. Vlada Urlacher die Urkunde zur Goldpromotion der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät überreicht.

Drei Personen, die ihre üppig dekorierten Doktorhüte tragen. Zoom

Traditionell wurden wieder die originellsten und schönsten Doktorhüte prämiert, die die Arbeitsgruppen der neuen Doktores selbst bastelt. Den ersten Platz errang Dr. Lukas Michael Bollmann (Mitte), den zweiten Leonie Op de Hipt (rechts) und auf Platz Drei kam Dr. Franziska Kofler (links).