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drupa Preis 2024
Daria Vakhrushova ausgezeichnet

Für ihre herausragende Dissertation erhält die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Daria Vakhrushova den drupa Preis 2024. Mit dieser Auszeichnung ehrt und fördert die drupa jedes Jahr hervorragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

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v.l.: Dr. Andreas Pleßke, Vorsitzender des drupa Komitees, Erhard Wienkamp, Geschäftsführer Messe Düsseldorf, Prodekan Prof. Dr. Roger Lüdeke und Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck gratulierten der Preisträgerin Daria Vakhrushova (Bildmitte).

Daria Vakhrushova wurde für ihre mit summa cum laude Arbeit "Rote Juden: Der jiddisch-sowjetische Kulturentwurf 1917–1934", ausgezeichnet. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis wurde von Erhard Wienkamp (Geschäftsführer Messe Düsseldorf), Dr. Andreas Pleßke (Vorstandsvorsitzender/CEO Koenig & Bauer und Vorsitzender des drupa Komitees), Prof. Dr. Anja Steinbeck (Rektorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Roger Lüdeke (Prodekan der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und Doktormutter Prof. Dr. Efrat Gal-Ed in einer feierlichen Zeremonie am 6. Juni während der drupa 2024 an die Preisträgerin überreicht.

Daria Vakhrushova kombiniert in ihrer Arbeit kultur-, literatur- und sprachwissenschaftliche Herangehensweisen, um ein bislang wenig beachtetes Thema zu ergründen: den jiddisch-sowjetischen Kulturentwurf zwischen der Oktoberrevolution 1917 und dem Ersten Allunionskongress sowjetischer Schriftsteller, einem Höhepunkt im Prozess der Konsolidierung der sowjetischen Kulturpolitik, der mit den ersten Verschärfungen in der Nationalitätenpolitik und Repressionen einherging.

Zu Beginn der sowjetischen Herrschaft glaubten viele jiddischsprachige Kunstschaffende und Autoren an eine sozialistisch-nationale Utopie mit Jiddisch als Nationalsprache. Anhand von Untersuchungen von literarisch-künstlerischen Programmen und Manifesten, belletristischen Texten und Übersetzungsdiskursen zeigt die Dissertation von Daria Vakhrushova, dass dieser Kulturentwurf trotz offizieller Ablehnung jüdischer Tradition dennoch viele Verbindungen zu jüdischen Kulturentwürfen weltweit beibehielt. In den 1920er Jahren entstand so eine einzigartige, heterogene jiddisch-sowjetische Literatur, deren Entwicklung jedoch durch die verschärfte Nationalitätenpolitik und die sowjetische Kulturpolitik brutal unterbrochen wurde.

Die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität begründet die Nominierung von Daria Vakhrushova für den drupa Preis vor allem auch mit der Fülle des von ihr gesichteten, teilweise erstmalig ausgewerteten Materials und mit der bemerkenswerten Souveränität, mit der sie Theoretisches und Methodisches verbindet. Die Kommission ist der Überzeugung, dass die hervorragend geschriebene Arbeit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden solle und daher eine ideale Wahl für den mit einem Druckkostenzuschuss verbundenen drupa-Preis darstelle.

Über die drupa Preisträgerin 2024
Daria Vakhrushova ist Kultur- und Literaturwissenschaftlerin. Nach ihrem Diplom für Übersetzung und Übersetzungstheorie an der Staatlichen Linguistischen N.-A.-Dobroljubow-Universität Nischni Nowgorod (Russland) (2008–2013) schloss sie von 2013 bis 2016 erfolgreich ein Masterstudium in Jiddischer Sprache, Literatur und Kultur an der Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf ab. Im gleichen Jahr startete sie ihr Promotionsstudium an der Philosophischen Fakultät im selben Fach und beendete ihre Dissertation „Rote Juden: Der jiddisch-sowjetische Kulturentwurf 1917–1934“ im Oktober 2022 nach erfolgreicher Disputation mit der Gesamtbewertung summa cum laude. Seit 2022 ist Daria Vakhrushova Jiddisch-Lektorin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Über den drupa Preis
Mit dem mit 6.000 Euro dotierten drupa Preis zeichnet die Messe Düsseldorf alljährlich seit 1978 eine herausragende, an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf angefertigte Dissertation aus. Das Preisgeld dient der Publikation und Verbreitung der ausgezeichneten geisteswissenschaftlichen Arbeit. Über die Vergabe des drupa Preises entscheidet ein Fachgremium bestehend aus Rektorat und Prorektorat der Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf, dem Vorsitzenden des drupa-Komitees und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf.

 

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Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen
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