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HHU gratuliert erfolgreichem Forscher, Unternehmensgründer und Stifter
Ehrensenator Prof. em. Dr. Dr. h.c. Detlev Riesner wird 85

Der Biophysiker und emeritierte Lehrstuhlinhaber, frühere langjährige Hochschulrat, Ehrensenator der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und großzügige Förderer seiner Universität wird heute 85 Jahre alt. Besonders verdient gemacht hat er sich für die Unternehmensgründungskultur an der HHU.

Portraitbild Prof. Riesner vor unscharfem Hintergrund Zoom

Der Biophysiker und HHU-Ehrensenator Prof. em. Dr. Dr. h.c. Detlev Riesner wird heute 85 Jahre alt. (HHU: HHU / Ivo Mayr)

„Im Namen der HHU gratuliere ich Detlev Riesner sehr herzlich“, wendet sich Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck an den Jubilar. „Er ist nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, auf den wir als Mitglieder seiner Wirkungsstätte sehr stolz sein können. Er hat es auch geschafft, aus seiner wissenschaftlichen Exzellenz wirtschaftliche Erfolge zu machen. Dieses Wissen und seinen Gründungsspirit gibt er mit großem Engagement an junge Forscherinnen und Forscher weiter.“

Prof. Riesner ist erfolgreicher Unternehmensgründer. Die QIAGEN N.V., die er 1984 zusammen mit Mitarbeitern seines Düsseldorfer Instituts ins Leben rief, ist heute ein börsennotierter, weltweit führender Anbieter im Bereich Molekulardiagnostik. Aus seiner Erfahrung und der Überzeugung heraus, dass wissenschaftliche Ergebnisse in die wirtschaftliche Praxis überführt werden müssen, engagiert sich Prof. Riesner besonders für den Technologietransfer und die Unternehmensgründungskultur an der HHU. 

Prof. Dr. mult. Andrea Icks, Prorektorin für Forschung und Transfer: „Prof. Riesner trägt das Unternehmertum in die Lehrstühle hinein. Er motiviert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der HHU, über den universitären Tellerrand hinauszuschauen und durch Unternehmensgründungen ihre Erkenntnisse für die Gesellschaft fruchtbar zu machen.“

Dabei steht Prof. Riesner der Universität nicht nur beratend zur Seite, sondern auch als Netzwerker sowohl in die Forschung als auch in die Wirtschaft hinein. In diesem Zuge war er zuletzt unter anderem an der Neuausrichtung des Center for Entrepreneurship (CEDUS) beteiligt und unterstützte kürzlich erst die „Gateway Factory“, die gemeinsame Gründungsplattform der Universitäten Aachen, Düsseldorf und Köln. 

Die Rektorin hebt einen weiteren wichtigen Punkt hervor – das Wirken von Detlev Riesner zusammen mit seiner Gattin, Prof. Dr. Hannelore Riesner, als Stifter für ihre Universität: „Es wären viele Projekte zu nennen, die das Ehepaar sehr großzügig mit großen Beträgen unterstützt hat. Ich weiß aber, dass ihnen ein Programm besonders am Herzen liegt: ‚Chancen nutzen – das Deutschlandstipendium‘. Seit der Gründung sind die Eheleute Riesner nicht nur als Stipendiengeber dabei. Sie haben es auch in die Breite getragen und dabei viele weitere Förderer gewonnen. Zum Wohle besonders begabter Studierender der HHU.“

Detlev Riesner

wurde am 9. Juni 1941 in Stettin geboren. Er studierte Physik und Biophysik an der Technischen Universität Hannover und promovierte 1970 bei Manfred Eigen an der Technischen Universität Braunschweig. 1974 habilitierte er sich im Fach „Biophysikalische Chemie und Molekularbiologie“. Nach einer Professur an der Technischen Hochschule Darmstadt wechselte er 1980 auf den Lehrstuhl für Physikalische Biologie in Düsseldorf, den er bis 2006 innehatte. 

In seinen Forschungen befasste sich Prof. Riesner unter anderem mit Viroiden, kleinen, zirkulären RNA-Molekülen, die unter anderem für bestimmte Pflanzenkrankheiten verantwortlich sind. Er entwickelte hierfür auch Methoden für die Aufreinigung von Nukleinsäuren. Seit den 1990er Jahren wandte er sich der Erforschung von Prionen und anderer, proteinöser Krankheiten des zentralen Nervensystems zu.

Neben Gastprofessuren in Peking und San Francisco war Riesner Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (1990-1991) und Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (1995-1999). Seit seiner Einrichtung gehörte er bis 2017 dem Hochschulrat der Düsseldorfer Universität an. Im Jahr 2018 verlieh die HHU ihm und seiner Frau Prof. Dr. Hannelore Riesner die Ehrensenatorenwürde. 

Neben seiner Tätigkeit an der Universität Düsseldorf gründete Riesner 1984 mit drei Mitarbeitern die Qiagen N.V., die heute eines der erfolgreichsten Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland ist. Bis 2014 war er Aufsichtsratsvorsitzender des Hildener Unternehmens. Er war auch an der Gründung weiterer Unternehmen wie der Priavoid GmbH (2017) beteiligt, die neuartige Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen entwickelt. 

Detlev Riesner erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen. Hierzu zählen der Max-Planck-Forschungspreis für internationale Zusammenarbeit, den er 1992 zusammen mit Stanley B. Prusiner erhielt, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2005), den Verdienstorden des Landes NRW (2017) und den NRW-Innovationspreis (2018). 2019 nahm ihn die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste als Mitglied auf. Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der HHU ehrte ihn 2013 als Ehrendoktor. Im Jahr 2018 gab die Universität, in Anerkennung für die großen Verdienste der Familie Riesner, dem neuen Zentrum für Synthetische Lebenswissenschaften den Beinamen „The Riesner Building“.  

Autor/in: Redaktion
Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, Math.-Nat.-Fak.-Aktuell