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In Sachen 'Steuerrecht' die Nase vorn:
Jura-Studierende gewinnen beim European and International Tax Moot Court

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat den International and European Tax Moot Court 2021 gewonnen: Die Studierenden Constantin Ballhaus, Kira-Marie Kalenberg, Fabian Kaletta und Maximilian Weyers konnten sich im Finale des internationalen Wettbewerbs gegen die Universität Miami (USA) durchsetzen und das Gericht von ihren Argumenten überzeugen.

Zoom

Das siegreiche Team: (obere Reihe) Fabian Kaletta und Maximilian Weyers; (untere Reihe) Constantin Ballhaus und Kira-Marie Kalenberg; (kleines Foto, eingeblendet rechts unten) Coach Stella Langner.

Der internationale Wettbewerb, der von der KU Leuven (Belgien) und dem renommierten Forschungsinstitut IBFD (International Bureau of Fiscal Documentation, Amsterdam) organisiert wird, simuliert ein fiktives Verfahren vor einem Finanzgericht. 24 Teams aus der ganzen Welt nehmen an diesem teil. Auf der Richterbank sitzen internationale Expertinnen und Experten aus Beraterschaft, Wissenschaft und Richterschaft. Die Studierenden schlüpfen jeweils in die Rolle der Steuerpflichtigen und der Steuerbehörden eines Staates. Dabei beschäftigen sie sich im Schwerpunkt mit Fragen des internationalen Steuerrechts, insbesondere im Recht der Doppelbesteuerungsabkommen. In diesem Jahr fand der Wettbewerb vom 29. März bis zum 2. April statt - pandemiebedingt per Video-Übertragung.

Betreut wurden die Studierenden von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Stella Langner unter der akademischen Leitung von Prof. Dr. Matthias Valta (beide Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Steuerrecht).

Zunächst hatten die Studierenden ab Oktober 2020 jeweils aus Sicht des Steuerpflichtigen und der Steuerbehörden ausführliche Schriftsätze in englischer Sprache verfasst. In Video-Probeverhandlungen vor dem Finanzgericht Düsseldorf und vor erfahrenen Anwälten hiesiger Steuerrechtskanzleien trainierten die Studierenden die mündliche Darstellung und Argumentation. Beim Wettstreit Ende März traten die Studierenden dann zunächst in zwei Verhandlungen gegen die Teams aus Tilburg (Niederlanden) sowie Kiew (Ukraine) an.

Das HHU-Team setzte sich durch und bestritt schließlich das Finale gegen die Universität Miami (USA). Hierfür musste das Team in einem Kraftakt innerhalb von 24 Stunden Schriftsätze für einen neuen fiktiven Fall verfassen und nach etwas mehr als 36 Stunden im Finale verhandeln. Im neuen Fall hatten die Steuerbehörden einen Steuerabzug von Erstattungszinsen vorgenommen, welche sie selbst nach einer Niederlage vor einem Finanzgericht an den Steuerpflichtigen gezahlt hatten. Dagegen klagte der Steuerpflichtige, der seinen gerichtlichen Erfolg geschmälert sah. Strittig war dabei insbesondere die zeitliche Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommens, da der Steuerpflichtige zwischenzeitlich umgezogen war, sowie die Frage, ob gesetzliche Erstattungszinsen aufgrund ihres Entschädigungscharakters dem Steuerabzug unterliegen.

Die Jura-Studierenden punkteten gleich dreimal: In der Rolle als Steuerbehörde gewannen sie nicht nur das Finale, sondern setzen sich ebenso in der Gesamtwertung als bestes Team durch. Zudem wurde Kira-Marie Kalenberg als beste Vertreterin in der Rolle der Steuerbehörden ausgezeichnet.

Bemerkenswert ist, dass die Studierenden diese hervorragende Leistung unter Nutzung von Videoübertragungen und Literaturdatenbanken aus ihren häuslichen Studierendenzimmern heraus erbracht haben, da sie sich wegen der Corona-Pandemie über Monate nicht persönlich treffen konnten und auch die Bibliotheksnutzung eingeschränkt war.

 

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Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen
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