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Botanischer Garten
Neuer Wollemien-Hain entsteht an der HHU – weitere Pflanzen gesucht

Im Süden von Düsseldorf gibt es viele botanische Sensationen. Eine davon ist die Wollemie (Wollemia nobilis), die in der Natur nur in einem sehr kleinen Gebiet in Australien heimisch ist. Im Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) gelang es, mehrere dieser Pflanzen anzuzüchten, die in einem neu angelegten Hain auf dem Freigelände ausgepflanzt werden sollen. Gesucht werden weitere Exemplare dieser Koniferenart, die Hobbygärtner abgeben wollen und denen die HHU eine neue Heimat bietet.

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Die Wollemie im Kuppelgewächshaus des Botanischen Gartens, mit Reviergärtner Lars Leonhard, der die neu gebildeten weiblichen Zapfen begutachtet. Geschwister der Wollemie sollen nun, mit weiteren gespendeten Pflanzen, ausgepflanzt werden. (Foto: HHU / Sabine Etges)

Vor zwei Jahren gab es eine kleine botanische Sensation, als die im Kuppelgewächshaus wachsende Wollemie weibliche Blüten entwickelte. Einige weitere dieser Pflanzen wurden im Botanischen Garten in Kübeln kultiviert.

Diese Kübelpflanzen sollen nun in einem neu geschaffenen Hain ausgepflanzt werden. Und damit diese Wollemien nicht so allein sind, suchen die universitären Gärtnerinnen und Gärtner weitere Kübelpflanzen, die sie dort ebenfalls auspflanzen können.

Denn Wollemia nobilis kann durchaus im Handel erworben werden, das Gehölz wird aber über die Jahre für die Kübelhaltung oft zu groß. Wenn Bürgerinnen und Bürger aus Düsseldorf oder Umgebung ein solches Exemplar ihr Eigen nennen und ihm eine neue Heimat geben wollen, freut sich der Botanische Garten, diese Pflanzen als Spende entgegen zu nehmen.

Die Pflanzen sollten mindestens einen Meter hoch sein, einen Stammdurchmesser von fünf Zentimetern haben und in einem transportablen Kübel eingepflanzt sein. Beschäftigte des Botanischen Gartens holen die Pflanze ab, die Spenderinnen oder Spender des Gehölzes werden namentlich benannt. Ansprechpartner ist , der technische Leiter des Botanischen Gartens. 

Dr. Sabine Etges, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens der HHU, zu den Hintergründen: „Normalerweise können wir keine privaten Pflanzenspenden annehmen, da im Botanischen Garten nur Pflanzen aus bekannter Wildherkunft stehen sollen. Da es die Wollemie aber nicht aus Wildherkunft gibt – die wenigen wildlebenden Exemplare sind streng geschützt und stehen an einem geheimen Ort in Australien –, können wir in diesem Fall auch aus dem Gartenbau stammende Pflanzen von Privatgärtnern annehmen.“

Der Botanische Garten der HHU

Der rund acht Hektar große Botanische Garten wurde 1979 eröffnet. Er dient der Bevölkerung ganzjährig als Stätte der Bildung und Erholung, der Pflanzenforschung und der Studierendenausbildung an der HHU. Die umfangreichen, größtenteils öffentlichen Pflanzensammlungen werden als Arbeits- und Anschauungsmaterial für Forschung und Lehre vor allem in der Biologie und der Pharmazie genutzt.

Ein besonderer Schwerpunkt des Düsseldorfer Botanischen Gartens ist die sogenannte Kalthauskultur. In ihrem Zentrum steht das Wahrzeichen des Gartens, das 1.000 Quadratmeter große Kuppelgewächshaus mit einer Höhe von 18 Metern. Es beherbergt Pflanzen des Mittelmeerraums und der Kanaren, aber auch solche aus Ozeanien, Asien und Amerika.

In den Jahren 2004 und 2008 wurde die Einrichtung um zwei neue Gebäude erweitert, die Orangerie und das Südafrikahaus. Neben dem großen Sammlungs- und Forschungshaus und Versuchsflächen betreibt der Botanische Garten auch die hochmodernen Forschungsgewächshäuser auf dem Dach des Biologie-Neubaus.

Die im Botanischen Garten zu entdeckende Pflanzenwelt ist äußert vielfältig. Dort finden sich äußerst seltene Pflanzen wie die Wollemie, von denen in Ursprungsland Australien nur circa 100 ausgewachsene Exemplare wild in einem sehr kleinen, gut geschützten Gebiet vorkommen. In Düsseldorf wird damit ein Beitrag zur Erhaltung bedrohter Arten und zur Sicherung der Biodiversität geleistet.

Alljährlichen besuchen rund 70.000 Bürgerinnen und Bürger den Botanischen Garten. Er ist für die Öffentlichkeit von März bis Oktober täglich und von November bis Februar montags bis freitags geöffnet. Den Besuchenden steht ein kostenfreier Audioguide zur Verfügung, der sie auf Rundgängen zu allen Besonderheiten führt.

Mit einem vielfältigen Vortrags- und Führungsprogramm werden Pflanzeninteressierte jeden Alters an die Geheimnisse, die im Garten zu finden sind, herangeführt und die Bedeutung von Pflanzen für die menschliche Zivilisation verdeutlicht. Mit diesem Wissenstransfer ist der Botanische Garten in das Selbstverständnis der HHU als Bürgeruniversität eingebunden.

Unterstützt wird die Arbeit durch den Freundeskreis, mit dessen Hilfe bereits viele Projekte realisiert werden konnten.

Ebenso ist der Botanische Garten eine Ausbildungsstätte für Gärtnerinnen und Gärtner. Bis zu zehn Auszubildende erlernen in der Fachrichtung „Staudengärtnerei“ den Betrieb eines wissenschaftlich orientierten Gartens.

Weitere Informationen: https://www.botanischergarten.hhu.de/

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Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, Alumni-News
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Hier soll der neue Wollemienhain entstehen. Der Botanische Garten freut sich über gespendete Kübelpflanzen von Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürgern. (Foto: HHU / Arne Claussen)

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Zapfen einer Wollemie. (Foto: HHU / Arne Claussen)

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