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Studie zur Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz
Nur wenige fürchten den Arbeitsplatzverlust durch Einsatz Künstlicher Intelligenz

Seit Anfang Mai untersucht der Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz [MeMo:KI] alle zwei Wochen die Einstellung der Bevölkerung zu KI-Fragen. Wie intensiv setzen sich die Bürgerinnen und Bürger mit dieser Technologie auseinander? Wo sehen sie Anwendungsgebiete, was sind ihre Befürchtungen? Im Fokus der letzten Untersuchung: Wie nimmt die Bevölkerung den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt wahr?

Prof. Dr. Frank Marcinkowski, Foto: Kathleen Brenner

Mittelfristig erwarten die Bürgerinnen und Bürger nur wenig Veränderung im eigenen Arbeitsumfeld. Diejenigen, die Veränderungen erwarten, unterscheiden deutlich zwischen verschiedenen Aspekten des Arbeitslebens: Während hinsichtlich Arbeitsschutz, Anforderungen an notwendige Kompetenzen und Arbeitsbelastung der KI gute Chancen eingeräumt werden, erwarten die meisten Schwierigkeiten bei der Pflege sozialer Kontakte, der Einkommensentwicklung oder der Mitbestimmung am Arbeitsplatz. „Besonders große Befürchtungen gibt es hinsichtlich des Umgangs mit Daten und des Überwachungspotenzials am Arbeitsplatz. Einen Arbeitsplatzverlust für sich und Personen aus dem privaten Umfeld oder gar Massenarbeitslosigkeit befürchten aber nur die wenigsten“, so Studienleiter Prof. Dr. Frank Marcinkowski.

Am meisten Veränderungen werden bei der Datensicherheit und den Kompetenzanforderungen erwartet. Allerdings ist nur bei einem geringen Teil der Befragten ein Bewusstsein für das Veränderungspotenzial von Künstlicher Intelligenz vorhanden – hier sind nach Auffassung der Wissenschaftler Gewerkschaften und andere Arbeitnehmervertretungen gefragt, in ihrer Anspruchsgruppe für die potenziellen Veränderungen von KI über potentielle Arbeitsplatzverluste hinaus zu sensibilisieren. Schaut man sich dagegen die Befürchtungen vor den Einflüssen einer stärkeren Durchdringung der Arbeitswelt durch KI genauer an, zeigt sich analog zum Veränderungspotenzial, dass in den meisten Bereichen Befürchtungen beim deutlich kleineren Teil der Befragten vorliegen. Um Jobsicherheit oder eine erhöhte Arbeitsbelastung machen sich nur Wenige Sorgen, anders sieht das bei der Gefahr von Überwachung und bei der Transparenz persönlicher Daten aus. Hier fürchten 40 bzw. 50 Prozent der Erwerbstätigen negative Konsequenzen.

 

Zum Projekt:

Im Rahmen des [MeMo:KI] wird die Entwicklung der Bevölkerungsmeinung zur Künstlichen Intelligenz durch eine im zweiwöchentlichen Rhythmus wiederholte Befragung dokumentiert. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden monatlich auf der Projekthomepage https://www.cais.nrw/memoki/ veröffentlicht. Der [MeMo:KI] ist ein gemeinsames Projekt des Center for Advanced Internet Studies (CAIS) in Bochum und der HHU und wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Neben der regelmäßigen Befragung von 1000 zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern gibt es auch eine teilautomatische Auswertung der deutschen Medienberichterstattung zum Thema. Die Ergebnisse beider Erhebungen stehen der Öffentlichkeit zur freien Verfügung. „Die Ergebnisse unserer Forschung bereiten wir in einem Online-Format mit interaktiven Grafiken und Tabellen auf, sodass alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sich selbst anschauen können, wie die Gesellschaft und die Medien mit dem Thema Künstliche Intelligenz umgehen“, so Marcinkowski.

Die aktuelle Auswertung der Befragung finden Sie hier:

https://www.cais.nrw/wp-94fa4-content/uploads/2020/11/Factsheet-3-KI-und-Arbeitswelt.pdf

Autor/in: Victoria Meinschäfer
Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen, Forschung News
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