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ENTFÄLLT
Kolonialgeschichte in Düsseldorf und dem Rheinland

DIE VERANSTALTUNG MUSS LEIDER AUF EINEN ANDEREN TERMIN VERSCHOBEN WERDEN

 

Welchen Anteil hatte die Düsseldorfer Wirtschaft an der frühen Kolonialbewegung des Kaiserreichs? Wie lebte der koloniale Gedanke im Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg fort? Diese und ähnliche Fragen werden am 25. Juni um 18.30 Uhr von Lukas Sievert und Marianne Bechhaus-Gerst beantwortet. Die beiden Historiker präsentieren das von der Stadt Düsseldorf geförderte Buch  „Düsseldorf zwischen Welthandel und Kolonialbewegung. 1818-1884“ und das an der Universität zu Köln entstandene Werk zum Kolonialrevisionismus im Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg.

Fotografie der Führungsmitglieder der Iwakura-Mission in London 1872. Von 1871 bis 1873 sandte die japanische Regierung unter dem Meiji-Kaiser eine Delegation nach Europa und Amerika. Sie verfolgte das Ziel, Handelsverträge neu zu verhandeln. Das misslang, und die Mission wurde stattdessen eine Studienreise durch verschiedene Länder. Die Delegation besuchte auch das Deutsche Kaiserreich und besichtigte Industriestätten in den preußischen Westprovinzen. Das Bild steht für die zunehmende Globalisierung und Integration der Wirtschaft im 19. Jahrhundert.

Die rheinisch-westfälische Wirtschaftsregion war durch das 19. Jahrhundert hindurch parallel zur Industrialisierung stets am Ausbau von Exportmöglichkeiten der eigenen Produkte interessiert. Lukas Sievert (Forschungsstelle „Düsseldorfer Kolonialgeschichte“) findet in diesen globalwirtschaftlichen Bemühungen die praktischen und ideellen Vorläufer der frühen rheinischen Kolonialbewegung der 1880er. Hier in Düsseldorf entwickelte sich spätestens mit der Gründung des "Westdeutschen Vereins für Kolonisation und Export" 1881 ein frühes Zentrum der organisierten Kolonialagitation. Getragen wurde die Bewegung in den preußischen Westprovinzen von Industriellen, auch aus Düsseldorf. Die gleichen Kreise hatten schon in den Jahrzehnten vorher den Ausbau globaler Verbindungen betrieben. Ihre Vertreter waren gewichtige Stimmen der Außenwirtschaftspolitik Preußens und des Kaiserreichs. Das Forschungsprojekt von Lukas Sievert wurde über drei Jahre von der Stadt Düsseldorf gefördert.

 Nach dem Ende des deutschen Kolonialreichs durch den Ersten Weltkrieg blieb eine kolonial-imperiale Imagination in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus bestehen. Die Deutsche Kolonialgesellschaft existierte fort und unterhielt im Rheinland aktive Abteilungen. Die rheinischen Akteure und die koloniale Propaganda des Kolonialrevisionismus von 1919-1943 sind Themen der neuen Publikation von Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst, die für die Geschichte der Stadt Düsseldorf große Relevanz hat.

Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr mit einem Grußwort von Miriam Koch, Beigeordnete für Kultur und Integration der Stadt Düsseldorf, danach folgt die Begrüßung durch Prof. Dr. Stefanie Michels, Professorin für Globalgeschichte am Institut für Kulturwissenschaften, bevor die Autoren dann ihre Bücher vorstellen.

Weitere Informationen:

https://www.hdu.hhu.de/programm/einzeltermin/termin_duesseldorf-zwischen-welthandel-und-kolonialbewegung

 

Publikationen:

Bechhaus-Gerst, Marianne: Kolonialrevisionismus im Rheinland 1919–1943. Akteure, koloniale Propaganda und „Mobilisierung der Massen“.

Sievert, Lukas: Düsseldorf zwischen Welthandel und Kolonialbewegung. 1818-1884.

Kategorie/n: Schlagzeilen, Pressemeldungen