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Statement der Hochschulleitung
Rektorat lehnt Boykottaufrufe gegen Israel entschieden ab

Die Hochschulleitung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) stellt klar: Sie wird sich Aufrufen zu einem Boykott israelischer Wissenschaftseinrichtungen nicht anschließen. Forschung in einer Demokratie lebt nach Überzeugung der Hochschulleitung von argumentativen Auseinandersetzungen, Kooperation und überprüfbarer Evidenz. Ein pauschaler Boykott der wissenschaftlichen Einrichtungen eines Landes widerspricht diesem Prinzip und schadet gerade in angespannten Zeiten genau den Netzwerken, die Brücken bauen.

Vor weißer Wand: Links die Büste von Heinrich Heine, basierend auf der Totenmaske des Dichters auf seinem Grabstein in Paris, rechts Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck. Zoom

Prof. Dr. Anja Steinbeck, Rektorin der Heinrich-Heine-Universität, neben einer Büste des Namensgebers der Universität (Foto: Patricia Kühfuss).

Wissenschaftsdiplomatie – gemeinsames Forschen, Studieren und Diskutieren – schafft nach Auffassung des Rektorats der HHU Vertrauen, hält Gesprächskanäle offen und eröffnet Perspektiven auf friedliche Verständigung. Israelische Hochschulen nehmen in ihrer Gesellschaft eine zentrale Rolle als liberale, kritisch reflektierende und gesellschaftlich vernetzte Institutionen ein; sie sind Partnerinnen in der Suche nach Ausgleich und Vernunft.

Universitäten sind tragende Säulen der demokratischen Öffentlichkeit. Sie schützen die Demokratie, indem sie Faktenorientierung, kritische Debatte und rationale Konfliktbearbeitung sichern. Ein Boykott staatlicher Universitäten in einer demokratischen Ordnung träfe nach Überzeugung des Rektorats der HHU jene Kräfte, die zum Ausgleich, zur Pluralität und Rationalität verpflichtet sind und entzöge offenen Gesellschaften genau die Räume, in denen Differenzen evidenzbasiert und mit Respekt bearbeitet werden.

HHU-Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck: „Die Abschottung der einen Demokratie gegen die andere ist keine vernünftige Antwort auf politische Konflikte. Uns geht es um den Fortbestand des Dialogs, des Austausch und die gemeinsame Wissensproduktion. Diese Haltung gründet auf der Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie sowie auf dem Selbstverständnis der Universität als offener, internationaler Ort, an dem Zusammenarbeit über politische und nationale Grenzen hinweg möglich und geboten ist. Ich bin zudem davon überzeugt, dass die große Mehrheit unserer Universitätsmitglieder die Kooperationen mit demokratischen Institutionen der Wissenschaft in Israel bewusst aufrechterhalten möchte.“

Die HHU schließt sich der Position der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vom 19. November 2024 an. Die HRK lehnt darin Boykottaufrufe gegen israelische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Wissenschaftseinrichtungen entschieden ab. Die Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Israel ist aus Sicht der HRK ein Zeichen der Solidarität und Ausdruck einer lebendigen wissenschaftlichen Diskurskultur.

 

Offener Brief zum Beschluss des Studierendenparlaments von Dozierenden und Beschäftigten der HHU

Offener Brief von Studierenden der HHU 

Stellungnahme des Präsidiums des Senats der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (PDF)

WELT-Artikel: „Brücken werden wir nicht abreißen“ – Düsseldorfer Uni-Leitung geht auf Distanz zu Israel-Boykott

 

Autor/in: Achim Zolke
Kategorie/n: Aus der Hochschulleitung, Schlagzeilen, Pressemeldungen